Diakonie in Wiener Neustadt

Was fällt Ihnen zur Diakonie ein? Natürlich in Österreich die Organisation „Diakonie“ mit ihren vielen Einrichtungen für alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit speziellen Problemen und für Katastrophen- und Auslandshilfe. Gut und wichtig ist es, dass es diese soziale Einrichtung gibt.

Doch die Diakonie (griech. diakonia = Dienst) sollte es in jeder Gemeinde geben, denn sie wurzelt in der Mitte unseres christlichen Glaubens. Sie ist aus der Geschichte der Kirche nicht wegzudenken, lässt sie sich doch schon in den ersten Beschreibungen des Gemeindelebens der Jerusalemer Urgemeinde nachweisen (Apg 2,41ff); Erwähnt werden hier Gütergemeinschaft und Unterstützung bedürftiger Gemeindemitglieder. Aber diakonische Gesinnung muss in der christlichen Gemeinde und bei ihren einzelnen Mitgliedern immer neu geweckt werden. Wie kann das geschehen? Es gibt eine Fülle von Wegen. Als Beispiel hier ein Interview mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin:

Sie arbeiten jetzt über zwei Jahre in Ihrer Gemeinde. Welche für Aufgaben haben Sie?
In meiner Wohnung trifft sich 14tägig ein Hauskreis, in dem wir uns gegenseitig helfen. Dann mache ich mit beim Besuchsdienst, ich besuche z.B. Gemeindeglieder im Krankenhaus.

Was motiviert Sie bei Ihrer Mitarbeit zu bleiben?
Ich möchte, dass viele Menschen die Erfahrung machen: Du bist nicht allein, du hast zwar Probleme, die werden auch nicht weniger, aber du trägst sie nicht mehr allein.

Wie viel Zeit in der Woche nimmt Ihre Mitarbeit in Anspruch?
In Stunden habe ich das noch nicht ausgerechnet. Denn ich kann das eine vom anderen nicht trennen. Das Erlebnis von Gemeinschaft ist ein Stück meines Lebens. Und diese Gemeinschaft ist nicht zu haben ohne eigene Aktivitäten.

Als Ihre Mitarbeit vor zwei Jahren begann, sind Sie dazu überredet worden?
Überredet hat mich keiner. Aber es ist auch nicht von heute auf morgen gekommen. Ich habe damals viel diskutiert. Und als ich dann wusste, ich will nicht ohne Glauben leben, da wollte ich auch mitarbeiten.

Eigentlich ist dem nicht viel hinzuzufügen. Überreden wollen wir Sie auch nicht, aber eine Bitte aussprechen: Wer ist bereit, ein bisschen Zeit für andere Menschen aufzuwenden und damit ein Stück Lebensfreude zu schenken?
Freude, die gegenseitig sehr befruchtend sein kann.

Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie bereit sind, im diakonischen Dienst mitzuarbeiten. Christsein heißt auch für andere da zu sein, schon in der Urgemeinde wurden diese Aufgaben unter den Gemeindegliedern aufgeteilt.

Wir möchten Menschen besuchen, die krank sind, die einen Grund zum Feiern haben, die ein Gespräch suchen, die Begleitung in schwierigen Lebenssituationen brauchen. Da wir aber manchmal nicht wissen, welche Menschen gerade dieses Angebot besonders gern annehmen würden, möchten wir Sie auch bitten, uns Bescheid zu sagen, wenn Sie von einem der Pfarrer oder von unserem Besuchsdienst besucht werden wollen. Hierbei besteht auch die Möglichkeit zu einem Hausabendmahl. Vielleicht kennen Sie auch Menschen, die krank sind und die sich über einen Besuch freuen würden. Hierzu können Sie uns gerne im Pfarramt kontaktieren.

Pfarrer Wolfgang Salzer